Lebensmittellogistik

Die Lebensmittellogistik (engl. Food Logistics) umfasst alle logistischen Tätigkeiten in der Lebensmittelverteilung.

Die Lebensmittellogistik befasst sich mit den logistischen Tätigkeiten der Lebensmittelverteilung. Die Lebensmittellogistik befasst sich mit den logistischen Tätigkeiten der Lebensmittelverteilung.

Definition: Was ist die Lebensmittellogistik?

Die Lebensmittellogistik umfasst alle Aktivitäten rund um Planung, Steuerung und Durchführung der Bewegung und Lagerung von Lebensmitteln, von ihrem Ursprungsort bis zum Endverbraucher unter Berücksichtigung von Aspekten wie Temperaturkontrolle, Hygienevorschriften und Nachhaltigkeit. Ziel der Lebensmittellogistik ist es, Effizienz und Sicherheit entlang der gesamten Lieferkette zu gewährleisten, um Frische und Qualität der Lebensmittel zu erhalten, Lebensmittelverschwendung zu minimieren und die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen sicherzustellen.

Was sind Herausforderungen in der Lebensmittellogistik?

In Deutschland stellt die Lebensmittelbranche einen der wichtigsten Industriezweige überhaupt dar. Der jährliche Umsatz liegt im dreistelligen Milliardenbereich. Die Food Logistik eine Reihe von kritischen Prozessen: Von der Beschaffung von Rohstoffen direkt von Landwirtschaftsbetrieben oder Herstellern, gefolgt von der Lagerung und Weiterverarbeitung bis hin zur Distribution beim Endverbraucher. Dabei spielt insbesondere der Transport eine zentrale Rolle, weil Zeit und Temperaturen wichtige Faktoren sind. Damit die Lebensmittel nicht verderben, ist daher ein hoher Anspruch an Hygiene und damit verbundenen Richtlinien erforderlich. Die gesamte Logistik um die Lebensmittel, insbesondere die Lagerung und Transporte, müssen genau kalkuliert und besonders die Kühlketten streng eingehalten werden, damit die Ware frisch ankommt. Um Verbraucher zufriedenzustellen, muss die Logistik im Lebensmittelmarkt ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Schnelligkeit innerhalb der Lieferkette gewährleisten. 

Lebensmittel unterliegen hohen Qualitätsansprüchen. Immer mehr Kunden legen Wert auf die Herkunft, Nachhaltigkeit und hohe Qualität der Produkte. Der rechtliche Rahmen für die Erzeugung von und den Handel mit Lebensmitteln ist in der Europäischen Union (EU) weitgehend harmonisiert. Es gelten sieben Grundprinzipien für die Lebensmittelsicherheit: 

  • Unternehmerverantwortung
  • Rückverfolgbarkeit
  • Amtliche Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung
  • Vorsorgeprinzip
  • Unabhängige wissenschaftliche Risikobewertung
  • Trennung von Risikobewertung und Risikomanagement
  • Transparente Risikokommunikation

Anforderungen in der Lebensmittellogistik

  • Transportdauer: Gerade bei Frischeprodukten muss die Lieferung Just-in-Time erfolgen und zwar ohne eine Unterbrechung der Kühlkette. Daher müssen Transportwege gut geplant und Nachfrage und Verbräuche möglichst genau prognostiziert werden.
  • Rückverfolgbarkeit: In allen Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen von Lebensmitteln ist eine Chargen-Rückverfolgbarkeit sicherzustellen (EG-Verordnung 178/2002). Unternehmen müssen dafür sorgen, dass entlang der gesamten Lieferkette alle Schritte und Prozesse lückenlos nachverfolgbar sein.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: In der Lebensmittellogistik sind Unternehmen dazu verpflichtet, das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zu überwachen. Häufig wird dabei auf das FEFO-Prinzip (First Expired, First Out) zurückgegriffen. Die Produkte mit dem frühsten Ablaufdatum werden zuerst ausgelagert.
  • Lebensmittelhygiene: Beim Umgang mit Lebensmitteln ist entlang der Supply Chain ebenfalls die Hygiene zu beachten. Die vorgegebenen internationalen Standards HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) und die Verordnung 852/2004 der Lebensmittelhygiene müssen eingehalten werden, für Bio-Produkte kommt eine weitere Verordnung (EG-Öko-Verordnung 834/2007) hinzu.
  • Produktgerechtes Lagern: Die Logistik mit Lebensmittel erfordert ebenso ein produktgerechtes Lagern. Je nach Art des Lebensmittel wird zwischen den Kategorien Trockenlager, Kühllager und Gefrierlager unterschieden.
  • Aufrechterhalten der Kühlkette: Das Supply Chain Management in der Lebensmittellogistik orientiert sich an fünf wesentlichen Grundsätzen: Lückenlose Kontrolle der Temperatur, kein Bodenkontakt der Ware, ausschließliche Verwendung eigener Behälter zum Lagern, getrennte Lagerung unverpackter und roher Lebensmittel sowie strenge Qualitätskontrolle der ein- und ausgehenden Waren.

Klassifikation von Lebensmitteln (NOVA)

Das Nova-System orientiert sich am Grad der Verarbeitung. Es gibt vier Stufen: 

  • Stufe 1: Unverarbeitete oder minimal verarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Milch, etc.
  • Stufe 2: Verarbeitete Zutaten aus natürlichen Lebensmitteln wie Salz, Öl, Mehl, etc.
  • Stufe 3: Verarbeitete und konservierte Lebensmittel wie geräucherter Fisch oder Dosentomaten
  • Stufe 5: Hochverarbeitete Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen wie Chips, Tiefkühlpizzen, Tütensuppen, etc.

Unternehmen in der Lebensmittel-Logistik

Logistikdienstleister im Bereich der Lebensmittel sorgen für branchenindividuelle Logistiklösungen für jegliche Arten von Lebensmittel. Sie übernehmen zum Beispiel den temperaturgeführten Transport verpackter Lebensmitteln in allen Sendungsgrößen. Zu den größten Dienstleistern im Bereich Food Logistics gehören u.a. DACHSER Food Logistics, Rhenus, Pfennig Logistics oder die Nagel-Group. Zu den Leistungen zählen:

  • Nationale und internationale Transporte
  • Lagerung & Lagerlogistik
  • Zulieferlogistik
  • Value Added Services
  • Containerabwicklung

Heutzutage können Unternehmen den Herausforderungen der Lebensmittellogistik nur mit einer intelligenten Lagerverwaltung gerecht werden. Ein entsprechendes Lagerverwaltungssystem hilft dabei, alle Logistikprozesse zu koordinieren und optimieren. Dadurch wird auch das Qualitätsmanagement gesichert sowie die Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Supply Chain garantiert. 

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