AutoStore

AutoStore ist ein in Norwegen entwickeltes, innovatives Lagersystem zur automatisierten Lagerung und Kommissionierung von Kleinteilen. Alle Artikel werden dabei in Behältern modular übereinander gestapelt und durch Roboter automatisch bewegt und umgelagert.

Definition: Was ist ein AutoStore-System?

Das Unternehmen AutoStore wurde 1996 in Norwegen gegründet und ist Namensgeber für eine Lagerrobotertechnologie ohne Regale. Es handelt sich dabei um ein automatisches Lager- und Bereitstellungssystem für Waren, das in Bezug auf die Lagerdichte marktführend ist. Die Idee kam den norwegischen Entwicklern anhand des Rubix-Würfels. 

Zur Lagerung werden keine Regale genutzt. Stattdessen kommen modular aufgebaute Behälter zum Einsatz, die in einem verdichteten gitterartigen System übereinander gestapelt sind und so deutlich platzsparender sind. Das AutoStore-System erlaubt eine Lagerung vieler Kleinteile auf möglichst kleinem Raum, wobei die Teile von speziellen Robotern automatisch bewegt und kommissioniert werden. Die Lösung besteht aus Wareneingang, Einlagerung, Lagerhaltung, Kommissionierung, Packerei und Warenausgang/Versand. Die Be- und Entladung wird vom jeweiligen Lagerverwaltungssystem gesteuert und überwacht. AutoStore kann an jedes Warehouse Management System angeschlossen werden.

Funktion: Wie ist AutoStore aufgebaut?

Aufgebaut ist die Anlage durch ein Aluminium-Konstrukt/Gittersystem ("Grid"), in dem die einzelnen Behälter ("Bins") direkt aufeinander gestapelt werden. Das Raster oberhalb dient gleichzeitig als Schienen für die batteriebetriebenen Roboter, die die Behälter mit Greifvorrichtungen aus jeder Ebene und aus unterschiedlichen Höhen aufnehmen und umlagern können. Sie transportieren die Behälter durch das System bis hin zum Mitarbeiter an den Arbeitsplatzen, den sogenannten Ports. Diese können an beliebiger Stelle platziert werden und dienen zur Kommissionierung und Befüllung der Behälter. 

Die einzelnen Elemente im Überblick:

Grid

Das Gittersystem ist der Rahmen für das AutoStore-System und besteht aus leichtem Aluminium, das eine flexible Gestaltung und Erweiterung ermöglicht. Es ist in Säulen aufgeteilt, die die "Zellen" des Systems bilden, wobei jede Zelle eine Position auf der XY-Achse darstellt und mehrere, gestapelte Behälter enthält. Auf dem Grid bewegen sich außerdem die Roboter.

Ports

Die Ports ("Häfen") sind Arbeitsstationen, an denen die Roboter Behälter für die Mitarbeiter anliefern und auslagern. Sie können kommissionieren und/oder Waren einlagern. Zudem können die Behälter an den Arbeitsstationen gewogen werden, um die Kapazität des Systems nicht zu überschreiten.

Bins

Die AutoStore Behälter, die sogenannten "Bins" bestehen aus robustem Kunststoff und werden im Grid neben- und übereinander gestapelt. Sie beinhalten die Ware und werden durch eine eindeutig zugeordnete Nummer identifiziert. Diese Nummer ist in der Datenbank des Systems gespeichert, sodass das System den Standort eines jeden Behälters kennt.

Roboter

Die AutoStore-Roboter verfügen meist über acht Räder und vier Bewegungsrichtungen und Hebemechanismen zum Bewegen der Behälter innerhalb des Systems. Sie bewegen sich oben auf dem Grid und können die Bins auch aus der untersten Ebene nach oben holen und sie anschließend zu den Ports transportieren. Sie führen zudem automatische Aufräumarbeiten im AutoStore-System durch, um jederzeit die maximale Effizienz zu gewährleisten. Jeder Roboter kann auf jeden Bin zugreifen und jeder Bin kann zu jeder Arbeitsstation gebracht werden.

Vorteile einer AutoStore-Anlage

Im AutoStore werden Schnelldreher weiter oben und Langsamdreher weiter unten gelagert, sodass die Behälter mit den häufig nachgefragten Artikeln schnell erreicht werden können. Ein von Kunden vielgefragtes Produkt ist also sofort erreichbar. Das Lagersystem bietet durch den geringen Platzbedarf und die hohe Geschwindigkeit zahlreiche Vorteile für Unternehmen. Laut des gleichnamigen Herstellers ist AutoStore das schnellste Order-Fullfillment System pro Quadratmeter Hallenfläche am Markt und kann die Lagerkapazität um ein Vierfaches und die Leistung um ein Zehnfaches steigern. Die Anzahl der Roboter kann jederzeit erweitert werden, um die Effizienz weiter zu steigern. 

Weitere Vorteile im Überblick:

  • Wenig benötigte Lagerfläche und hohe Lagerdichte
  • Hohe Kommissionier-Geschwindigkeit
  • Modularer Aufbau im Lager ist jederzeit erweiterbar - ohne, dass der laufende Betrieb unterbrochen wird.
  • Große Flexibilität
  • Hohe Energieeffizienz
  • Kosten- und Zeiteinsparungen
  • 24-Stunden-Betrieb
  • Diebstahlschutz durch das geschlossene System
  • Hohe Energieeinsparungen

Nachteile einer AutoStore-Anlage

Die einzelnen Bins sind im Gewicht eingeschränkt, die zulässige Behältermasse beträgt maximal 35 Kilogramm, weshalb sich die Anzahl möglicher Güter für dieses System reduziert. Da ein AutoStore-Lager zudem ein vertikales Lagersystem ist und nicht so vielgefragte Produkte unten gelagert werden, kann es hier zu längeren Zeiten kommen. Auch die Investition in diese Kleinteilelager-Lösung ist verhältnismäßig hoch und muss dauerhaft durch Menschen gewartet werden. 

Weitere Glossar-Begriffe

ABC-/XYZ-Analyse Absatzplanung Absatzprognose Auftragsabwicklung Automatische Disposition Automatisches Kleinteilelager AutoStore Bedarfsplanung Beleglose Lagerführung Beschaffung Beschaffungslogistik Bestandsmanagement Bestandsoptimierung Bestandsreduzierung Business Intelligence Software Chaotische Lagerhaltung Charge CMR-Frachtbrief Disposition Distributionslogistik Dock & Yard Management Durchlaufzeit (DL) E-Commerce EAN EDI - Electronic Data Interchange EDI Clearing Center EDIFACT Einzelhandel ERP-System Exoskelett Fahrerloses Transportsystem (FTS) Fourth Party Logistics - 4PL Fulfillment Großhandel Handling Unit Hochregallager Intralogistik Inventur Just-in-Time Key Performance Indicator (KPI) Kommissionierung Kontraktlogistik Ladeeinheit Ladehilfsmittel Lagerarten Lagerhaltung Lagerumschlagshäufigkeit Lagerverwaltung Lagerverwaltungssystem Lieferantenintegration Lieferantenmanagement Lieferfähigkeit Logistik und ihre Teilbereiche Logistikdienstleister Maximalbestand Meldebestand Mindestbestand Multi-Echelon-Optimierung Multi-Order-Picking Omnichannel Out-of-Stock Permanente Inventur Predictive Analytics Produktionslogistik Produktionsplanung Regalbediengerät (RBG) Return on Investment (ROI) Rollierende Planung Sales & Operations Planning Sicherheitsbestand SKU Software-as-a-Service (SaaS) Stichprobeninventur Stückgut Stückliste Supply Chain Supply Chain Management Third Party Logistics (3PL) Track & Trace Transportmanagement TUL-Prozesse Umlagerung Umschlagslogistik Value Added Services Vendor Managed Inventory (VMI) Warehouse Management System Warenausgang Warendisposition Wareneingang Zeitfenster­management Zentrallager