Lagerarten

In der Logistik gibt es viele verschiedene Lagerarten, die nach unterschiedlichen Aspekten klassifiziert werden, z.B. nach Bauart, nach lagernden Gütern, der eingesetzten Lagertechnik oder dem Standort.

Unterschiedliche Lagerarten

In der Logistik wird zwischen verschiedenen Lagerarten unterschieden. Es gibt zum Beispiel die folgenden Unterscheidungen: Nach Bauart (Freilager, Etagenlager, Hochregallager), nach lagernden Gütern (Materiallager, Zwischenproduktlager, Werkzeuglager), der eingesetzten Lagertechnik oder dem Standort. Eine weitere Option ist die Unterscheidung nach der Funktion des Lagers. Hierbei wird meist zwischen den folgenden sechs Arten unterschieden.

Funktion: Welche Lagerarten gibt es?

Beschaffungslager

Das Beschaffungslager, auch Produktionslager genannt, soll einen reibungslosen Geschäftsablauf garantieren. Es muss den Waren- und Rohstoffnachschub zu jeder Zeit sicherstellen, sodass die Produktion im Unternehmen nicht zum Erliegen kommt. Daher setzen vor allem produzierende Unternehmen auf Beschaffungslager, um auch bei Lieferengpässen oder unvorhersehbaren Ereignissen handlungsfähig zu bleiben. Die für die Produktion erforderlichen Güter werden in diesem Lager eingelagert und bei Bedarf direkt zum Produktionsstandort transportiert. Daher sind die Beschaffungslager meist in der Nähe oder sogar mit der Produktion verbunden, so dass diese unterbrechungsfreie ablaufen kann.

Distributionslager

Aus den Distributionslagern, auch Verteillager oder Auslieferungslager genannt, heraus werden die Empfänger direkt mit der eingelagerten Ware beliefert. Die Empfänger können unterschiedliche Personen sein, zum Beispiel der Endverbraucher, der online etwas bestellt hat, oder ein Unternehmen. Daher befindet sich diese Art von Lager immer nah am potenziellen Kunden, um ganze Regionen abdecken zu können und schnelle Lieferzeiten zu garantieren bzw. Lieferausfälle zu vermeiden. Häufig werden im Distributionslager nur die absatzstärksten Produkte der Zielregion eingelagert.  

Kommissionierlager

Kommissionierlager kommen häufig in Versandzentren oder in einer Versandabteilung zum Einsatz. Ziel des Kommissionierlagers ist die möglichst effiziente Kommissionierung von Waren. Die Einlagerung erfolgt daher so, dass die Kommissionierer alle Waren jederzeit gut erreichen können und direkten Zugriff haben. Sie entnehmen meist keine kompletten Lagereinheiten, sondern nur Teilmengen für die jeweiligen Aufträge. Mit einer Kommissioniermethode werden die im Auftrag genannten Waren entnommen und zu einzelnen Verpackungseinheiten zusammengefasst. Sind Waren nicht mehr verfügbar, werden sie aus dem Vorratslager nachgefüllt. 

Umschlaglager

In einem Umschlaglager oder auch Transitlager werden eingehende Sendungen gesammelt und zwischengelagert, bevor sie mit einem anderen Transportmittel weitertransportiert werden. Sie werden also nur kurzzeitig für die Lagerung genutzt, wenn Güter von einem Transportmittel auf ein anderes umgeladen werden müssen, das sie dann an den Zielort befördert. Dabei soll die Umschlagszeit möglichst gering gehalten werden. Die waren sind also nicht längerfristig im Umschlaglager, sondern befinden sich in einem kontinuierlichen Warenfluss. Umschlaglager haben meist eine geringere Lagerhallenhöhe und -tiefe, dafür jedoch mehr Tore als z.B. Zentrallager oder Distributionslager. 

Vorratslager

Das Vorratslager sichert einen gewissen Vorrat an Waren, um Bedarfsschwankungen auszugleichen oder die Zeit bis zur nächsten Zulieferung zu überbrücken. Insbesondere Unternehmen, die auf Erdöl angewiesen sind, sind Vorratslager wichtig. Durch die starken Preisschwankungen lagern Unternehmen den Rohstoff im Vorratslager ein, um die Versorgung sicherzustellen. Vorratslager werden aber auch genutzt, um saisonale Güter oder Waren für Aktionen einzulagern. Ein typisches Merkmal ist, dass die Einlagerungen und Auslagerungen ungleichmäßig sein können.

Zwischenlager

Dem Zwischenlager (auch Pufferlager oder Kurzzeitlager genannt) kommt eine ähnliche Funktion wie dem Produktionslager zu, es wird jedoch zwischen zwei Prozessschritten eingesetzt. Durch diese temporäre Zwischenlagerung von Gütern kommt es zu keinen Zwangspausen, z.B. in einer Produktionskette. Die Güter liegen so lange im Zwischenlager, bis sie im nächsten Prozessschritt benötigt werden. Im Zwischenlager gibt es keine festen Lagerplätze.

Bauart: Welche Lagerarten gibt es?

Freilager

Als Freilager wird in der Logistik ein nicht überdachter Lagerplatz im Außenbereich bezeichnet. Die lagernden Güter haben folglich keinen Witterungsschutz. Die Lagerform kann variieren, wenn Regale verwendet werden, müssen diese besonders korrosionsbeständig sein. In dieser Art von Lager werden häufig witterungsbeständige Güter (Stein, Holz, Rohre), Schüttgut (Sand, Kies), Fertigprodukte (Fahrzeuge) oder Müll und Schrott gelagert. Ein Vorteil dieses Lagers sind die relativ geringen Kosten, weil nur die Grundstückskosten sowie Kosten für die Abgrenzung des Lagers und das Verdichten des Bodens anfallen. Ein Nachteil ist zum Beispiel, dass sich nur wenige Arten von Waren für ein Freilager eignen und es teilweise zu Vandalismus oder Diebstahl kommt.

Flachlager

Ein Flachlager ist ein Lagertyp in einem Gebäude mit einer maximalen Höhe von 7m. Die Wareneinlagerung erfolgt als Blocklagerung oder Regallagerung. Flachlager sind ebenerdig, bei einer Höhe von 7-12m spricht man von einem Hochflachlager. Mit dieser Lagertechnik werden sperrige oder spezielle Güter (Palettenware oder Schüttgut) gelagert. Da sich Schüttgut nicht in die Höhe lagern lässt, erfolgt die Lagerung hierbei in Silos. Ein Vorteil ist u.a. die geringe Investition, ein Nachteil ist, ähnlich wie beim Freilager, dass nicht viele Güter für diesen Lagertyp geeignet sind.

Etagenlager

Wie der Name schon sagt erstreckt sich dieses Lager über mehrere Etagen. Verwendet wird es zum Beispiel, wenn die Grundstücksfläche zu klein ist. Vorteil des Etagenlagers ist also, dass man durch die ausgenutzte Höhe einen Platzgewinn erzielt und nachträglich aufrüsten kann. Bei dieser Art von Lager muss die Deckentragfähigkeit unbedingt beachtet werden, zudem müssen Aufzüge, Treppen und Vorrichtungen für die Auffahrt von Staplern gebaut werden.

Hochregallager

Ab einer Höhe von 12m spricht man von einem Hochregallager, maximal ist dieser Lagertyp 50m hoch. Die eingesetzten Regale müssen über eine hohe Tragkraft und Stabilität verfügen. Das HRL bietet große Lagerkapazitäten, es kann bis zu mehreren hunderttausend Palettenstellplätze zur Verfügung stellen. Um diese Lagerlogistik zu bewältigen, sind die Hochregallager meist vollautomatisiert. Zu den Vorteilen gehören eine hohe Flächen- und Raumnutzung, eine schnelle Ein- und Auslagerung sowie eine hohe Effizienz bei reduziertem Personalbedarf. Zu den Nachteilen gehören hohe Investitionskosten und Wartungskosten, das Risiko eines Systemausfalls und die intensive Schulung des Personals.

Blocklager

In einem Blocklager kommen keine Regale zum Einsatz. Stattdessen werden für die Lagerung stapelfähige Paletten, Kisten oder Gitterboxen übereinander gestapelt, sodass lediglich die vorhandene Lagerfläche genutzt wird. Bei dieser Lagerart werden überwiegend identische Artikel gelagert, sodass ein direkter Zugriff auf die Artikel möglich ist. Zu den Vorteilen dieses Lagertyps gehören die Flexibilität, Kostenersparnis und geringe Wartungs- und Investitionskosten. Die Nachteile: Schlechte Zugriffsmöglichkeiten auf einzelne Artikel und das Volumen der Lagerhalle wird nicht voll ausgenutzt.

 

Noch mehr Wissen in unseren REMIRA Whitepapern

In unseren Whitepapern erhalten Sie nützliche Praxistipps rund um die Themen Supply Chain und Omnichannel Commerce.

Integriertes Sales & Operations Planning Bild

Integriertes Sales & Operations Planning

Kostenlos anfordern
Out-of-Stocks vermeiden - Verfügbarkeit erhöhen Bild

Out-of-Stocks vermeiden - Verfügbarkeit erhöhen

Kostenlos anfordern
Die optimale Supply Chain für den Ersatzteilhandel Bild

Die optimale Supply Chain für den Ersatzteilhandel

Kostenlos anfordern
Lagerverwaltung für Logistikdienstleister Bild

Lagerverwaltung für Logistikdienstleister

Kostenlos anfordern
Leitfaden Lieferantenintegration Bild

Leitfaden Lieferantenintegration

Kostenlos anfordern
Einfach Inventur: Der Inventurleitfaden Bild

Einfach Inventur: Der Inventurleitfaden

Kostenlos anfordern
Vendor Managed Inventory: Vorteile für Händler und Lieferanten Bild

Vendor Managed Inventory: Vorteile für Händler und Lieferanten

Kostenlos anfordern
S&OP in der Lebensmittelbranche Bild

S&OP in der Lebensmittelbranche

Kostenlos anfordern

Alle Glossar-Begriffe

Advanced Planning and Scheduling API Artikelnummer ASIN Auftrag Auftragsabwicklung Auftragsdurch­laufzeit Auftrags­fertigung Augmented Reality Auslagerung AutoStore Avisierung Bedarf Belegausgabepflicht Beleglose Lagerführung Beschaffung Beschaffungslogistik Beschaffungsmanagement Beschaffungsplanung Best-of-Breed Bestand Bestandscontrolling Big Data Blockchain Bottom-Up Planung Business Intelligence Software Buy Box Category Management Chaotische Lagerhaltung Charge Click and Collect Click and Reserve Cloud Commerce Corporate Social Responsibility Curated Shopping Curbside Pick-up Customer Experience Management Customer Journey Customer Relationship Management (CRM) Data Warehouse Digital Commerce Digital Signage Direct-to-Consumer (D2C) Disponent Distributionslager Distributionslogistik Dropshipping DSFinV-K Durchlaufregal Durchlaufzeit (DL) E-Procurement EAN EDI Clearing Center EDIFACT Endless Aisle Exoskelett Fahrerloses Transportsystem (FTS) Fast Moving Consumer Goods (FMCG) FEFO FIFO Fiskalisierung Fiskalspeicher Flottenmanagement Flurförderfahrzeug Fourth Party Logistics - 4PL Frontend Gamification Gebinde Gegenstrom­­­verfahren Geschenkbon GoBD Green Logistics GTIN - Global Trade Item Number Handelslogistik HIFO Integrated Business Planning (IBP) Integrierte Planung Internet of Things (IoT) Intralogistik Inventursoftware Inventurverfahren IWD PS 880 Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) Kaufentscheidung Key Performance Indicator (KPI) KMU Kommissioniermethoden Kommissionier­verfahren Kommissio­nier­lager Konsignationslager Kontraktlogistik Kuppelproduktion Künstliche Intelligenz Ladeeinheit Ladehilfsmittel Lager Lagerarten Lagerbestand Lagerhaltung Lagerhaltungskosten Lagerkennzahlen Lagerlogistik Lagerverwaltungssystem Lebensmittellogistik Lieferantenintegration Lieferfähigkeit Lieferkettengesetz Liefertreue LIFO LOFO Logistik und ihre Teilbereiche Losgrößen Management by Exception Maschinelles Lernen Materialfluss Materialwirtschaft Maximalbestand MDE-Gerät Meldebestand Micro-Hub Mindestbestand Mindesthalt­barkeitsdatum (MHD) Mobile Commerce (M-Commerce) Mobile Datenerfassung Mobile Kasse mPOS (Mobile Point of Sale) Multichannel Nullbon Omnichannel Omnichannel Commerce Order Management Order Management System (OMS) Palette Payment Provider Permanente Inventur Pflichtenheft Pick-by-Cart Pick-by-Light Pick-by-Paper Pick-by-Scan Pick-by-Voice Pick-by-Watch Planogramm POS (Point of Sale) Procurement Software Product Experience Management (PXM) Product Lifecycle Management (PLM) Produktinformations­management (PIM) Produktionslogistik Push & Pull Quick Commerce Radio Frequency Identification (RFID) Recommendation Engines Regalplanung Repricing Responsive Design Ressourcenmanagement Retail Retoure Retourenmanagement Return-in-Store ROPO-Effekt Self-Checkout SGTIN Ship-from-Store Showrooming Sicherheitsbestand Social Commerce Software Software-as-a-Service (SaaS) Space Management Stationärer Handel Streuverlust Stückgut Stückliste Supplier Relationship Management (SRM) Technische Sicherungs­einrichtung (TSE) Top-Down Planung Transportlogistik Transportmanagement TUL-Prozesse Umlagerung Umschlagslager Umschlagslogistik Unified Commerce Unternehmenslogistik Virtuelles Lager Voice Commerce Vor- und nachverlegte Inventur Vorratslager Warehouse Management System Warenausgang Warendisposition Wareneingang Warenwirtschaftssystem Wiederbeschaffungszeit Zeitfenster­management Zentrallager Zulieferer Zwischenlager