Cloud Commerce

Cloud Commerce ist eine E-Commerce-Lösung, bei der die gesamte Infrastruktur des Online-Shops in einen Cloud-Hosting-Service ausgelagert wird. Cloud Commerce ermöglicht es Unternehmen, schnell und einfach mit Kunden zu interagieren, Produkte und Dienstleistungen über das Internet zu verkaufen und ihre Geschäftsprozesse zu optimieren.

Definition: Was ist Cloud Commerce?

Die Anforderungen an die IT-Infrastruktur von E-Commerce Unternehmen sind vor allem seit Corona exponentiell gewachsen. So müssen Unternehmen zu Hochzeiten, wie zum Beispiel der Weihnachtszeit oder der Black Friday Week, mit sehr hohem Traffic rechnen, während die Besucherzahlen zu anderen Zeiten vergleichsweise sehr niedrig sein können. Die E-Commerce-Plattformen und die dazugehörige Infrastruktur müssen mit diesen teilweise sehr starken Schwankungen umgehen können, ohne dass der Kunde einen Nachteil durch diese Herausforderungen erfährt. Abhilfe kann in solchen Fällen oft Cloud Commerce, also das Auslagern der E-Commerce Infrastruktur in einen Cloud-Hosting-Service schaffen. Der Cloud Dienstleister stellt die Software, die Server, den Speicherplatz und das Netzwerk zur Verfügung und übernimmt auch die Wartung dieser, sowie sämtliche administrative Aufgaben und Updates. Cloud Commerce kann daher mit einer Software-as-a-Service (SaaS) Lösung verbunden werden. Durch den Einsatz von Cloud-Technologien kann Cloud Commerce E-Commerce-Aktivitäten erleichtern. Diese Aktivitäten können zum Beispiel den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, digitales Marketing, Kundenmanagement und verschiedene Geschäftsprozesse umfassen. Darüber hinaus kann eine Cloud-basierte E-Commerce-Lösung auch zu einer Unified Commerce-Plattform erweitert werden. 

Man muss jedoch zwischen dem klassischem Webhosting und Cloud-Hosting unterscheiden. Bei einem Webhosting teilt ein Unternehmen sich einzelne Server eines Anbieters mit mehreren anderen Webseiten. Cloud-Hosting hingegen nutzt mehrere synchronisierte Server, um die Daten zu verwalten. Die synchronisierten Server arbeiten sozusagen als virtuelle Maschine. 

Durch die Nutzung der Cloud können Unternehmen skalierbare, flexible und kosteneffektive Lösungen für ihre E-Commerce-Bedürfnisse bereitstellen, ohne sich um die technischen Aspekte wie Serverwartung, Software-Upgrades oder Datenbanksicherheit kümmern zu müssen. All diese Aufgaben werden vom Cloud-Anbieter übernommen. Im Gegensatz zu Cloud-Lösungen muss eine On-Premise-Lösung so konzipiert und dimensioniert werden, dass sie die höchste Trafficspitze, also die größtmögliche Menge an Kunden, abfedern kann. Problematisch ist hier, dass diese Spitze zum einen schwer zu berechnen ist, und zum anderen die IT-Ressourcen die meiste Zeit unausgelastet sind. Dies kann auf Dauer sehr teuer für das Unternehmen werden. Wenn die Infrastruktur jedoch zu knapp ausgelegt wird, können die wichtigen Peaks nicht abgearbeitet werden und es kann zu langen Ladezeiten und abgebrochenen Bestellvorgängen kommen, was unzufriedene Kunden und einen niedrigeren Umsatz zur Folge hat. 

Kombination von Cloud Commerce mit SaaS

Oft ist Software-as-a-Service (SaaS) ein fester Bestandteil des Cloud-Computings und somit auch des Cloud Commerce. Hierbei wird ein Zugang gemietet, anstatt eine Software für mehrere Jahre teuer zu lizenzieren. Außerdem muss die Software nicht auf der eigenen Hardware, also den Servern und Computern, installiert werden, sondern die Software befindet sich auf Servern eines Anbieters. Anbieter von Cloud-basierter E-Commerce-Software bieten unter anderem Shop-spezifische Funktionen, wie beispielsweise einen Einkaufswagen, Dienste für reibungslosen Zahlungsverkehr, Sicherheitsoptionen für die Plattform und ähnliches, an. So können gewünschte Features leichter implementiert werden und die E-Commerce-Plattform einfach und schnell auf das Unternehmen zugeschnitten werden. Es werden keine tiefgehenden Programmierfähigkeiten seitens des Unternehmens benötigt, da Abnahmetestes und Updates vom Cloud-Anbieter durchgeführt werden. So kann vor allem die Time-to-Market stark verkürzt werden. 

Die Kombination von Cloud Computing und SaaS sorgt allgemein für eine Chancengleichheit und Konkurrenzfähigkeit auf dem E-Commerce-Markt.

Wie sicher sind die Daten in der Cloud?

Daten sind für Unternehmen sehr wertvoll und gerade im E-Commerce-Geschäft die unbezahlbare Grundlage. Mit der steigenden Gefahr, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, muss auch die Sicherheit der Daten eine zentrale Rolle bei der Frage, wo die Daten gespeichert werden sollen, spielen. 

Anders als bei On-Premise-Lösungen werden die Daten nicht nur auf einem individuellen Server gespeichert, sondern auf mehreren. So können Serverausfälle oder Angriffe auf einen individuellen Server wesentlich leichter kompensiert werden. Cloud-Anbieter und SaaS-Dienstleister sind hochspezialisierte IT-, Netzwerk und IT-Sicherheits-Experten, die sich täglich der Sicherheit und der Performance ihrer IT-Lösungen widmen. Wenn Unternehmen für ihre Commerce-Lösung eine Cloud nutzen, stehen ihnen mit dem Cloud-Anbieter ein Experte zur Verfügung, der auf Sicherheitslücken reagieren und Unternehmen auch bei ihren Sicherheitslücken unterstützen kann. So haben Cloud-Anbieter meist mehr Ressourcen um die physische Möglichkeit sicherzustellen, Ausfälle zu verhindern und die Cloud Server vor Angriffen aller Art mit der aktuellsten Technologie zu schützen. Das bedeutet, dass Daten, die in einer Commerce Cloud gespeichert werden, in dieser meist sicherer sind, als in einem eigenen Rechenzentrum. Der Grund dafür ist, dass Unternehmen es sich selten leisten können, die Menge an Ressourcen, die für ein eigenes sicheres Rechenzentrum benötigt werden, zur Verfügung haben. 

Darüber hinaus müssen Cloud-Anbieter und ihre Systeme den in Deutschland und der EU sehr hohen Sicherheitsstandards entsprechen. Entwickler der Cloud müssen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gerecht werden, damit sie ihre Produkte (ihre Cloud) auf dem europäischen Markt anbieten können. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die relevanten Sicherheitszertifikate, wie zum Beispiel das Prüfsiegel des TÜV SÜD "s@fer-shopping" oder "Software Hosted-in-Germany", vorliegen. 

Vorteile von Cloud Commerce

Eine Plattform, die in einer Cloud gehostet wird, bietet viele Vorteile. Ein zentraler Vorteil ist die Skalierbarkeit und Flexibilität von Cloud-Lösungen. Unabhängig von der Größe des Unternehmens ist die Skalierbarkeit des E-Commerce-Systems von großer Bedeutung. Sind die notwendigen Kapazitäten nicht vorhanden, kann es bei Peaks zu einer Überlastung des Servers kommen, was sich negativ auf den Umsatz auswirken kann. Bei Cloud-Hosting kann der Speicherplatz und der Bedarf für den Datentransfer flexibel an die Notwendigkeit angepasst werden. Diese Flexibilität ist nicht nur bei Peaks vorteilhaft, sondern auch bei einer Expansion des Online-Shops. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Kosteneffizienz von Commerce Cloud Plattformen. Vor allem die Erst-Implementierung und die Instandhaltung von IT-Systemen ist bei On-Premise Produkten sehr kostspielig. Wenn diese dann auch nicht dauerhaft ausgelastet sind, ist dies auch nicht kosteneffizient. Cloud-Systeme sind hingegen schnell und einfach zu implementieren und brauchen keine großen Investitionen in Hardware. Die Mietkosten eines Cloud-Dienstes können an die Auslastung angepasst werden und sind daher deutlich kosteneffizienter. 

Weitere Vorteile sind:

  • Schnelle Implementierung und einfache Einrichtung
  • Unternehmen können ihre Ressourcen nach Bedarf erhöhen oder verringern, was hilft, die Kosten zu optimieren.
  • Die Prozesskomplexität kann verringert werden. So werden Updates, Wartungsarbeiten etc. durch den Dienstleister durchgeführt. Damit kann sich der Kunde verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren.
  • Hohe Mobilität, da das System von überall und über diverse Devices zugänglich ist.
  • Cloud-Systeme verfügen über viele Sicherheitsmaßnahmen, um Daten vor Verlust, Diebstahl oder Cyberangriffen zu schützen.
  • Cloud-Systeme bieten oft neueste Technologien und Funktionen, die dazu beitragen können, den Geschäftsbetrieb zu verbessern und zu optimieren.
  • Verbesserte Customer Experience durch Skalierbarkeit

Nachteile von Cloud Commerce

  • Abhängigkeit vom Servicegeber, da das Unternehmen nicht Eigentümer der Software ist
  • Daten liegen nicht mehr auf den Rechnern des eigenen Unternehmens.
  • Trotz aller Sicherheitsmaßnehmen besteht immer die Möglichkeit von Hackerangriffen.
  • Die anfänglich niedrigen Kosten können sich im Laufe der Zeit aufgrund von Verbrauch, zusätzlichen Dienstleistungen und Speicherplatz schnell summieren.
  • Der Übergang von bestehenden Systemen zur Cloud kann komplex und zeitaufwändig sein, insbesondere bei der Übertragung großer Datenmengen.

Was ist der Unterschied zwischen Cloud Commerce und Headless Commerce?

Während der Begriff "Cloud Commerce" den Ort der Datenspeicherung und des Hostings der Plattform beschreibt, versteht man unter dem Begriff "Headless Commerce" eine relativ neue Innovation des E-Commerce. Bei Headless Commerce wird das Frontend vom Backend getrennt. Die Kommunikation zwischen Front-End und Backend erfolgt über standardisierte APIs (Application Programming Interfaces). Durch APIs können dann auch andere Anwendungen, beispielsweise von Drittanbietern, einfacher und schneller integriert werden.  Diese Art der Software-Architektur stellt eine verbesserte Option dar, die Customer Experience und die Customer Journey im Online Shop zu verbessern. Dies liegt vor allem daran, dass Unternehmen sich auf die visuelle Darstellung ihres Online-Shops konzentrieren können, ohne auf die Funktionalität der Änderungen im Backend achten zu müssen. 

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