Automatische Disposition

Eine Software für Automatische Disposition übernimmt die Disposition für Routine-Bestellvorgänge und hilft dabei, optimal in Material und Ware zu investieren, um den maximalen Ertrag für das Unternehmen zu erwirtschaften. So kann sich der Disponent auf entscheidungsrelevante und strategische Aufgaben konzentrieren.

Was versteht man unter Automatischer Disposition?

Gestern noch Disponent, heute Bestandsmanager. In anderen Worten: Eine Software für Automatische Disposition übernimmt die Disposition von Routine-Bestellvorgängen und unterstützt den Sachbearbeiter indem gezielt jene Fälle mit Handlungsbedarf angezeigt werden. So kann sich der Disponent auf entscheidungsrelevante und strategische Aufgaben wie das Lieferanten- und Sortimentsmanagement konzentrieren. Dank der Verknüpfung von Beständen, Bedarfen und Absatzprognosen wird die Disposition gezielt nach den jeweiligen Anforderungen gesteuert. Die optimal an den jeweiligen Bedarf ausgerichteten Bestände sorgen für geringere Kosten und höheren Ertrag. Die aufwendige manuelle Bearbeitung von Bestellvorschlägen entfällt mit unserer Software für Automatische Disposition. Die Bestellungen können dabei sowohl innerhalb eines Unternehmens, also vom Lager in die einzelnen Filialen, als auch zu externen Lieferanten vorgenommen werden.

Hierfür nutzt das Dispo-System -vereinfacht dargestellt- den im Absatzplanungs- und Prognosemodul ermittelten Bruttobedarf und nimmt eine Bestands-Reichweitenanalyse vor. In der Deckungsrechnung werden offene Kundenaufträge und Lieferantenbestellungen, Verpackungseinheiten, Einkaufsgebinde sowie die Wiederbeschaffungszeit (WBZ) berücksichtigt. Anhand der Bedarfs- bzw. Absatzschwankung, dem Saisonverhalten und der wirtschaftlichen Bedeutung eines Artikels wird der dynamische Sicherheitsbestand ermittelt. Auch die wirtschaftliche Bestellmenge (WBM), der optimale Bestellrhythmus und der optimale Bestellpunkt werden automatisch berechnet, wobei neben Bestell- oder Lagerkosten auch Lieferantenurlaub, Chinese New Year, fixe Bestelltermine, Liefertreue sowie zahlreiche weitere Parameter einfließen.

Klingt komplex? Keine Angst: Die Berechnungen finden vollautomatisch und selbstlernend im Hintergrund statt! Der Disponent nutzt im Tagesbetrieb folgende Instrumente:

  • Ein Planungs- und Dispo-Cockpit zeigt jedem Anwender seinen Arbeitsvorrat auf einen Blick.
  • Das integrierte Frühwarnsystem alarmiert gezielt und frühzeitig bei sich anbahnenden Unterdeckungen, Überbeständen und anderen kritischen Fällen („Management-by-Exception“).
  • Die Bestellvorschläge werden gruppiert, z.B. auf Produktgruppen- oder Lieferantenebene übersichtlich aufgelistet.
  • Umlagervorschläge bzw. Verschiebeanweisungen werden automatisch erstellt und angezeigt.
  • Eine Auffüllfunktion ermöglicht den letzten Feinschliff der Bestellmenge, wie z.B. die Rundung auf Containervolumen, Staffelpreis und andere Rundungsgrößen und kontrolliert auch die Wirtschaftlichkeit des Vorganges.
  • Das rollierende Bestandscontrolling liefert Kennzahlen, Auswertungen und Überbestandslisten auf jeder Ebene.

Die Bestellvorschläge werden somit fertig optimiert an das führende Warenwirtschaftssystem (z.B. als BANF) übergeben, ohne dass hier eine weitere Bearbeitung erforderlich ist. Für ein nahtloses Andocken an jedes ERP-System wie u.a. SAP, MS Dynamics, IBM etc. ist dank Schnittstellen gesorgt.

Deckungsrechnung

Die Deckungsrechnung analysiert die gegenwärtige Bestandssituation auf Lieferbereitschaft bzw. Warenverfügbarkeit, aber auch auf Überbestand und berücksichtigt dabei unter anderem folgende Faktoren:

  • Bedarfsvorschau aus Absatzplanung und Prognose
  • Verfügbarer Lagerbestand
  • Offene Aufträge und offene Bestellungen
  • Wiederbeschaffungszeit
  • Liefertreue
  • Lieferantenurlaube
  • Lieferbereitschaftsgrad
  • Dynamischer Sicherheitsbestand
  • Kapazitäten
  • U.v.m.

Bestandsreichweitenanalyse und Bestellpunktermittlung

Die Grundlage für die Bestandsreichweitenanalyse ist die Berechnung des Nettobedarfs einer bestimmten Zeitperiode. Anhand dieser Daten wird dann die (zeitliche) Reichweite des aktuellen Bestandes ermittelt. Anhand mehrerer Einflussgrößen wie z.B. der Absatzschwankung fließt zudem ein dynamisch ermittelter Sicherheitsbestand in die Betrachtung ein.

Zusätzliche Features des Dispotools:

  • Frühwarnsystem zur Vermeidung von Stock-Outs und Lieferengpässen
  • Bestell- und Verschiebevorschläge

Bestellmengenoptimierung

Anhand diverser Parameter berechnet das Dispositionsmodul automatische die wirtschaftlich optimale Bestellmenge. Dabei werden folgenden Faktoren berücksichtigt:

  • Mindestbestellmenge/-wert
  • Bestellkosten
  • Lagerhaltungskosten und Lagerzins
  • Auffüllgrößen
  • Uvm.

Vorteile

Zusammengefasst ergeben sich durch Funktionsumfang und Aufbau der Dispositionssoftware folgende Vorteile:

  • Kein reaktionärer Ansatz, sondern Betrachtung der Zukunft
  • Automatische Berücksichtigung von saisonalen Schwankungen
  • Erkennen saisonaler und regionaler Trends
  • Mathematische Algorithmen anstelle einfacher Mittelwertsverfahren
  • Dadurch wesentlich verbesserte Planungsgenauigkeit
  • Integriertes Auf- und Abfüllen
  • Definition von Servicegrad und Lieferfähigkeit (Inkl. Berücksichtigung von Ausfällen wie Lieferantenurlaub)
  • Bestandssteuerung nach ABC-Kriterium oder Marge
  • Frühwarnsystem, To-Do-Listen: Disponent muss sich Trends und Aufgaben nicht suchen, sondern bekommt diese automatisch geliefert
  • Automatisierung von Routinevorgängen
  • Controlling für Bestandswesen und Disposition. Transparenz durch Selektion auf allen Ebenen (Standort, Mandant, Artikelgruppe, Einzelartikel, Lieferant, Vertriebskanal, Sachbearbeiter, …)
  • Simulation bestandswirksamer Maßnahmen